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Reisen als Welt- und Selbsterleben

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Maritime Geldschneiderei an der Lübecker Priwall-Fähre



Die Trave ist schon ein seltsamer Fluss. Kaum 40 Kilometer kurz, verbreitert sie sich schon lange vor ihrer Mündung in die Ostsee auf ein veritables Strom-Format. Sogar Hochseeschiffe können sie befahren, was den Lübecker Häfen sehr zu Gute kommt.

Für Radfahrer, Fußgänger und Autofahrer ist der Fluß eher ein Ärgernis. Sicher kann die Trave nichts dafür, dass sie die Stadt regelrecht zerteilt. Die städtische Verkehrsplanung aber um so mehr, wenn sie Bürgerinnen und Bürger für ihre Überquerung kräftig zur Kasse bittet.

Und an dieser Stelle wollen wir nicht einmal über den so unsäglichen wie mautpflichtigen Herrentunnel sprechen, an dem Fußgänger und Radfahrer auf einen lästigen Shuttlebus abgeschoben werden. Nein, wir wollen nach Travemünde blicken, wo eine mickrige Fähre der Lübecker Verkehrsbetriebe bummelige einhundert Meter Trave zwischen Priwall und Travemünde überquert.

Lausige einhundert Meter und fünf Minuten, für die kräftig zur Kasse gebeten werden: Zwei Radfahrer samt ihrer Fahrräder kosten stolze 4,40 Euro. 1,30 Euro werden pro Radler fällig, 90 Cent nochmal für jedes Fahrrad. Und das für lausige 100 Meter Fluss. Schade für die gierigen Verkehrsbetriebe, dass es in Lübeck nicht noch mehr Flüsse zu überwinden gibt.

Horrende Fahrpreise für eine mickrige und unkomfortable Fährverbindung - damit tut sich die Hansestadt keinen Gefallen und outet sich als knauserige und bürgerferne Kommune. Es wäre zumindest ein verkehrspolitisches Zeichen, Radfahrer und Fußgänger kostenlos überzusetzen. Doch so weit denkt man in Lübeck nicht. Schade.

Im polnischen Swinemünde gibt es übrigens auch eine Fähre, die nicht nur viel größer ist, sondern auch ein paar Meter weiter über die Swina von der Insel Usedom auf die Insel Wolin führt. Die Überfahrt ist kostenlos…

Frank Spatzier, Oktober 2017


 Vorschau

In der Pipeline steckt noch der Bericht zu unserer diesjährigen Sommer-Radreise. Sie führte im Wesentlichen von Białystok entlang der weißrussichen und ukrainischen Grenze nach Süden. Stationen waren etwa Biała Podlaski, Koden, Okuninka, Chełm und Lublin. Um mehr Strecke machen zu können, nutzten wir in der letzten Woche die Bahn und besuchten so noch Rzeszow, Krakau und Oswiećim (Auschwitz).

Auch auf dem Programm standen die Gedenkstätten der Konzentrations- und Vernichtungslager Sobibór, Majdanek, Auschwitz Stammlager und Birkenau.

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  • Die polnische Ostseeküste im Herbst (310 km, 7 Tage)

    [Oktober 2016] Die polnische Ostseeküste ist ein ideales Ziel für eine Radreise - egal zu welcher Jahreszeit. Im Sommer herrscht der Urlaubrsummel, im Herbst ist die Region ruhig und fast schon meditativ bis besinnlich. Hinzu kommt, dass man in Polen sehr wohl verstanden hat, wie wichtig der Fahrradtourismus ist. So gibt es jede Menge neue Radwege. Und dort, wo noch keine sind, wird fleißig dran gebaut.

    Diese kurze Radreise führte von Świnoujście (Swinemünde) auf der Insel Usedom über Kołobrzeg (Kolberg), Darłowo (Stolpmünde) und Ustka (Stolpmünde) nach Słupsk (Stolp). Und sogar das Wetter hat mitgespielt - zumindest einigermaßen...

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    30.12.16
  • Radreise Lübeck - Białystok (1.148,52 km, 32 Tage)

    [Juli / August 2016] Diese Reise führte von Lübeck ins ostpolnische Białystok - leider mit einer kleinen Zugpassage zwischen Konin und Warschau. Diese "Schummelei" hatte zwei Gründe: Zum einen wurde ich zum ersten Mal während einer Radreise ernsthaft krank und zum anderen gab es nirgendwo geeignetes Kartenmaterial zu Masowien.

    Highlights ware die komplette Durchquerung Berlins von West nach Ost, die alte Stadt Posen sowie natürlich das pulsierende Warschau. Nicht zu vergessen Konin, das in seiner Hässlichkeit einen interessanten Kontrast setzte. Richtig schön wurde es aber erst östlich von Warschau. Mit seinen weiten Wäldern, kleinen Dörfchen und den typischen Holzhäuschen gehört Ostpolen zu den sehenswertesten Radreise-Regionen Polens.

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    27.12.16
  • Radreise Ostpolen - Weissrussland (1.305 km, 31 Tage)

    [Juli / August 2015] Eine ausgedehnte Radreise in den Osten Polens und das bis dahin unbekannte Weissrussland. Mit der Bahn ging es über Berlin nach Warschau, wo die eigentliche Radreise begann. Im Białowieża-Nationalpark machten wir drei Tage Station, bevor es auf die weissrussische Seite des Parks nach Kamianiuki (Kaмянюki) ging.

    Anschliessend radelten wir weiter über Baranovichi (Бapaнaвiчi) bis nach Minsk (Miнск). Seit dem steht die belarussische Hauptstadt ganz oben auf der Liste unserer Lieblingsstädte. Aus Zeitgründen nahmen wir einen Zug nach Brest (Бpзст) und radelten von dort zurück nach Warschau.

    Seitdem steht fest: Weissrussland eignet sich hervorragend für eine Radreise. Wir werden ganz sicher wiederkommen!

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